Krisenintervention - Kinder- und Jugendhilfe​ Hollenberg

Sicherheit, Stabilität und Zukunftsperspektiven

Was heisst eigentlich krisenINTERVENTIOn?

Krisenintervention bedeutet: Nicht abwarten, sondern handeln und schützen. Nicht überfordern, sondern stabilisieren. Nicht alleine lassen, sondern begleiten. Sie geht in der Regel immer Hand in Hand mit der Perspektivklärung. Unter die Krisenintervention fallen alle Maßnahmen, die dann greifen, wenn das Kindeswohl akut gefährdet ist. Besteht eine Kindeswohl-Gefährdung bringt das zuständige Jugendamt die betroffenen Kinder und Jugendlichen vorübergehend in einem geschützten Rahmen (wie unserer Inobhutnahmegruppe) unter. Die Inobhutnahme kommt erst dann zum Tragen, wenn nicht anderes mehr geht. Durch gezielte Unterstützung werden akute Belastungen entschärft, Raum für Deeskalation geboten sowie langfristige Entwicklungs- und Schutzperspektiven geschaffen.

Ziele der Krisenintervention in der Kinder- und Jugendhilfe als übersichtliche Aufzählung:

  • Erkennung von Risiken und Gefährdungslagen
  • Vermeiden bzw. Entschärfen von Eskalationen in familiären oder sozialen Konflikten
  • Sicherung des Kindeswohls in belastenden Situationen
  • Stabilisierung von Kindern, Jugendlichen und Familien in Krisenzeiten
  • Schaffung eines sicheren Umfeldes für eine gesunde Entwicklung
  • Unterstützung bei der Bewältigung akuter emotionaler oder sozialer Belastungen
  • Förderung von Selbsthilfekompetenzen und Stärkung der Resilienz
  • Vermeidung von langfristigen Schädigungen durch frühzeitige Intervention
  • Vernetzung mit Hilfsangeboten und relevanten Unterstützungsstrukturen
  • Schaffung von Perspektiven für eine positive Zukunftsentwicklung


Krisenintervention ist ein zentraler Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe Hollenberg in Lohmar. Gemeinsames Ziel mit dem zuständigen Jugendamt ist es, Konflikte und Notsituationen zu erkennen, kurzfristig zu handeln, Perspektiven zu klären und Kindern sowie Jugendlichen ein sicheres Umfeld zu bieten.

kurz vorgestellt

UNSERE INTERVENTIONSANGEBOTE

Krisenintervention in der Kinder- und Jugendhilfe Hollenberg ist mehr als eine schnelle Reaktion auf Notlagen. Sie bedeutet gezieltes Handeln und nachhaltige Unterstützung in akuten Notlagen. Sobald die Situation sich etwas beruhigt hat, wird gemeinsam mit dem Jugendamt eine Perspektive entwickelt. Dies kann die Rückkehr nach Hause ggf. mit ambulanter Unterstützung, die Aufnahme in eine Pflegefamilie oder stationäre Weiterbetreuung bedeuten.

In der Kinder- und Jugendhilfe Hollenberg stehen verschiedene Angebotsformen zur Verfügung, die je nach Alter und Entwicklungsstand zur Verfügung stehen.

Aufklappen und Details ansehen

Jüngere Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren sind in Krisensituationen besonders verletzlich, da sie auf stabile Bezugspersonen und sichere Strukturen angewiesen sind. Beide Maßnahmen sind eng miteinander verknüpft und helfen, das Vertrauen des Kindes in seine Umwelt zu erhalten.

Unsere Krisenintervention in dieser Altersgruppe zielt darauf ab, akute Belastungen etwa familiäre Konflikte oder plötzliche Trennungen sofort abzufangen. Unsere pädagogische Fachkräfte schaffen Rituale, Sicherheit und Geborgenheit, um die jüngeren Kinder emotional zu stabilisieren. Sie greift, wenn sich eine akute Notsituation nicht mehr vermeiden lässt. Ziel ist es, sofortige Sicherheit für Kinder und Jugendliche herzustellen und die Situation zu stabilisieren. In der Krisenintervention arbeiten wir lösungsorientiert, um eine Eskalation zu stoppen und emotionale Stabilität wiederherzustellen.

Maßnahmen können sein:

  • Schnelle Kontaktaufnahme und Beratung
  • Entlastung der Familie in einer Ausnahmesituation
  • Vermittlung von Hilfsangeboten und Schutzmaßnahmen

Unsere Perspektivklärung schließt oft an eine Krisenintervention an. Hier wird gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet, wie es mittelfristig weitergeht: im Herkunftshaushalt, in Pflegefamilien oder in anderen Betreuungsformen.

Zentrale Fragen sind:

  • Welchen Unterstützungs- und Förderbedarf haben die Kinder und die Familie?
  • Ist eine Rückkehr in die Familie möglich?
  • Welche Unterstützungssysteme müssen aufgebaut werden?
  • Welche langfristigen Betreuungsoptionen sind sinnvoll?

Unsere Perspektivklärung gibt allen Beteiligten Orientierung und Sicherheit. Gemeinsam mit Eltern, Fachkräften und ggf. dem Jugendamt wird schnell geklärt, wie ein kontinuierliches und verlässliches Betreuungsumfeld aussehen kann. Das Ziel ist, den Entwicklungsfluss der betroffenen Kinder nicht zu unterbrechen und Bindungsabbrüche zu vermeiden.

Unsere Inobhutnahmen sind eine Schutzmaßnahme nach § 42 SGB VIII, die greift, wenn das Kindeswohl akut gefährdet ist. Dabei nimmt das Jugendamt Kinder oder Jugendliche vorübergehend aus ihrem aktuellen Umfeld und bringt sie in einer sicheren Einrichtung wie unserer unter. Außerdem können sich Kinder und Jugendliche aktiv an das Jugendamt oder andere Institutionen wie Schulsozialarbeit und Polizei wenden und um eine Inobhutnahme bitten.

Ziele der Inobhutnahme sind:

  • Sofortiger Schutz vor weiterer Gefährdung
  • Klärung der weiteren Lebenssituation
  • Einbindung in geeignete Betreuungs- und Fördermaßnahmen


Je nach Altersgruppe stehen unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte im Vordergrund. Um diesen gerecht zu werden bieten wir zwei Inohutnahme-Gruppen auf unserem Gelände in Lohmar an:

Inobhutnahme M.O.V.E für Kinder (6–12 Jahre)

  • Emotionale Stabilisierung durch feste Tagesstrukturen und verlässliche Bezugspersonen
  • Schulische Kontinuität sichern, um Lernrückstände zu vermeiden
  • Förderung sozialer Kompetenzen, um Freundschaften und positive Gruppenbindungen zu ermöglichen
  • Aufarbeitung der Krise in kindgerechter Form (Spieltherapie, kreative Methoden)


Inobhutnahme für Jugendliche (12–17 Jahre)

  • Schutz vor akuten Gefährdungen wie Gewalt, Vernachlässigung oder Ausbeutung
  • Partizipation an Entscheidungen, um Selbstwirksamkeit zu fördern
  • Klärung der Lebensperspektive: Rückkehr in die Familie, Pflegefamilie oder stationäre Wohngruppe
  • Begleitung in der Identitätsfindung und Förderung der Eigenständigkeit
  • Emotionale Unterstützung und pädagogische Begleitung bei Krisen

Durch unsere Angebote Krisenintervention (Inobhutnahmen) und Perspektivklärung stellen wir kurzfristig sicher, dass Kinder und Jugendliche auch in schwierigen Lebenssituationen Schutz, Stabilität und eine klare Zukunftsperspektive erhalten.

unsere

Gruppen

Die Kinder- und Jugendhilfe Hollenberg bietet unterschiedliche Gruppen in diesem Bereich auf unserem Gelände in Lohmar an. Klicken Sie auf das gewünschte Angebot um weitere Details über unseren einzelnen Gruppen zu erfahren.

Übersicht

FREIE PLÄTZE

Sie suchen einen freien Platz in einer unseren Wohneinrichtungen? Unter Freie Plätze finden Sie aktuelle Informationen zu verfügbaren Kapazitäten in unserer Einrichtung.

Erfahren Sie mehr

DAS könnte sie auch interessieren

stationäre HILFEN

Wohngruppen, Außenwohngruppen,
5-Tagesgruppe

(D)EIN ZUHAUSE AUF ZEIT

Verselbstständigung ​

Junge Erwachsene auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit.

DER WEG IN (D)EIN EIGENES LEBEN

AMBULANTE HiLFEN​

Flexible Hilfen, Elterntreffs und Elterncafé

INDIVIDUELLE UNTERSÜTZUNG

Unser

FaQ - FRAGEN UND aNTWORTEN

Kriseninterventionsangebote sind kurz- bis mittelfristig angelegt und zielen darauf ab, akute Situationen zu entschärfen und eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden. Langfristige Jugendhilfe begleitet Familien, Kinder und Jugendliche über einen längeren Zeitraum, um nachhaltige Entwicklungsziele zu erreichen.

Ja. Pädagogische Einrichtungen wie Kindergärten, Kitas oder Schulen können sich direkt an uns wenden, wenn sie Auffälligkeiten oder Anzeichen einer akuten Krise bei einem Kind bemerken. Sie werden von uns an das zuständige Jugendamt vermittelt. Gemeinsam mit dem Jugendamt werden dann passende Maßnahmen abgestimmt.

Unsere Fachkräfte verfügen über pädagogische, psychologische und sozialarbeiterische Qualifikationen. Sie sind speziell geschult in Krisenintervention, Kinderschutz, Gesprächsführung und traumapädagogischen Methoden.

Die Dauer hängt von der Situation ab. Manche Kriseninterventionen dauern nur wenige Tage, andere mehrere Wochen oder sogar Monate. Ziel ist stets eine möglichst schnelle Stabilisierung und die Entwicklung einer klaren Perspektive.

Ja, sofern dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht. Der Kontakt wird in Absprache mit dem Jugendamt und den betreuenden Fachkräften geregelt.

Ja. Wenn mehrere Kinder einer Familie betroffen sind, achten wir – sofern möglich – darauf, Geschwister gemeinsam unterzubringen, um zusätzliche Belastungen zu vermeiden.

Nein, Angebote der präventiven Beratung werden von anderen Institutionen geleistet. Für Bürger*innen der Stadt Lohmar hat die Kommune unter https://www.lohmar.de/familienfreundlichkeit-bildung-und-kultur/familie/familienberatung/ Beratungsmöglichkeiten zusammen gestellt.

Das Jugendamt ist zentraler Partner bei allen Maßnahmen. Es prüft den Hilfebedarf, leitet ggf. eine Inobhutnahme ein und finanziert in der Regel die Leistungen. Wir arbeiten eng und transparent mit den zuständigen Fachkräften zusammen.

Wenn eine Rückkehr in die Familie möglich ist, begleiten wir diesen Prozess intensiv. Dazu gehören Familiengespräche, pädagogische Beratung und bei Bedarf weitere Maßnahmen der Zusammenführung.